Die USA und das virtuelle Pokerspiel

2013 ist für die Lobbyisten für das virtuelle Pokerspiel voll mit neuen Intentionen.

Als man im vergangenen Jahr keine bundesweite Regulierung des Spiels erreichen konnte, haben die Freunde des Spiels nun vor, ihren Fokus mehr auf die Bundesstaaten zu richten. Seitdem der UIGEA vor sieben Jahren auf den Weg gekommen ist, haben Interessenverbände in den USA vor, das virtuelle Pokerspiel einer Regulierung zu unterziehen.

Aber erst nach dem April 2011, als es zum Schwarzen Freitag kam, der die Pokerbranche heftig aufwirbelte, sind diese Bemühungen stärker als je zuvor. Doch das Resultat fällt mehr als dürftig aus, denn bis dato gestatteten nur Nevada und Delaware das virtuelle Pokerspiel. Der erste Bundesstaat gehörte zu den Ersten, aber dies geschah nur deshalb so rasch, weil die änderung des entsprechenden Gesetzes noch vor dem April 2011 vorgelegt wurde.

Man hatte eigentlich vor, den Casinos zu erlauben, dass die Nutzer online im Hotelzimmer pokern können. Auf dem Bundesniveau hatte es schon ein paar Anläufe gegeben, aber diese waren wegen innerpolitischer Probleme zum Scheitern verurteilt. Senator Barton konnte vor zwei Jahren seine Gesetzesvorlage nicht durchsetzen und auch der Entwurf der Herren Kyl und Reid schaffte es nicht.

Der Entwurf namens Internet Gambling Prohibition, Poker Consumer Protection and Strengthening UIGEA Act of 2012 war ein Entwurf mit guten Chancen. Dieses Gesetz hatte die Aufgabe, den UIGEA anders machen und jede Form des Glücksspiels, ausgenommen Poker, zu untersagen. Aber der Demokrat Reid und der Republikaner Kyl bekamen sich in die Haare und warfen einander vor, nicht genug für den Entwurf geleistet zu haben.

Der Republikaner ist derweil aus dem Rennen und der Demokrat braucht einen neuen Mitstreiter von den Republikanern. Senator Heller wäre ein geeigneter Kandidat, doch er kommt ebenfalls aus Nevada, dies macht es nicht leicht, den Entwurf den restlichen Volksvertretern in der Hauptstadt der USA anzutragen. Hellers Bemühungen, den Entwurf noch im Laufe der Lame Duck-Phase durchzusetzen, hatten wenig Erfolg.

Der Verband American Gaming Association in Amerika half vor zwei Jahren dem Senator Rockefeller und seiner Vorlage mit dem Namen Rockefeller Internet Poker Bill. Aber diese Organisation konnte nichts erreichen und die Energie war verpufft. In diesem Sommer legte der Vorstandschef des Verbands sein Amt nieder, nach fast zwei Dekaden. Wer sein Nachfolger wird und die Richtung angibt, steht noch nicht fest.

Der zweite starke Partner in der Hauptstadt ist die Poker Player Alliance, kurz PPA. Sie wollte keine vielen unterschiedlichen Gesetze haben, aber sie ist nicht der Meinung, dass es auf Bundesniveau etwa wird. 2014 möchte diese Organisation aus diesem Grund mehr in den Bundesstaaten arbeiten. Die Gesetzesvorlage in New Jersey mit dem Titel A2578 braucht nur noch die Unterschrift des dortigen Gouverneurs. Doch diese Formulierung ist zu optimistisch.

Der Herr schaffte es schon vor zwei Jahren, mit seinem Einspruch die Vorlage des Senators Lesniak aus den Angeln zu heben. In diesem Fall hat Lesniak zwar die Unterstützung des Gouverneurs, aber es gibt noch keine Signatur, sodass es immer noch fraglich ist, ob der Bundesstaat zu denen mit Poker gehören wird.

Diese Auflistung ist sowieso nicht lang. Die Bundesstaaten Iowa und Kalifornien sind mit einer Regulierung des virtuellen Pokerspiels befasst. In den Staaten Illinois und Massachusetts denkt man darüber nach und in Pennsylvania und Maryland will man offene Gespräche führen.

Besonders große Chancen hat der Bundesstaat Kalifornien, weil er eine große Zahl an Bürgern hat. Man möchte hier ein Gesetz einführen, das einen gemeinsamen Pool an Spielern mit weiteren Staaten mit Regulierung erlaubt. Auch im Bundesstaat Nevada will man mit dem neuen Gesetz namens Assembly Bill 5 die vorhandene Regulierung ausbauen und auch einen gemeinsamen Pool an Spielern auf den Weg bringen.

Die Vorlage in New Jersey beinhaltet ebenfalls einen derartigen Pool, somit können schon drei bedeutende Bundesstaaten, mit dem Ja des Gouverneurs, einen virtuellen Pokermarkt zusammen haben, dies sind Nevada, New Jersey und Kalifornien.

Doch bis dahin gibt es noch viel Aber und Wenn; somit ist der Fortschritt dieses Vorhabens noch fraglich.

geschrieben am 31.01.2013 von Fabian Fehrmann


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