Wollen die Deutschen das Glücksspielmonopol?

Die Diskussion um den deutsche Glücksspielvertrag geht neuerlich in eine heiße Phase, denn laut der Internetseite IsaGuide sollen sich noch in dieser Woche die Ministerpräsidenten der einzelnen Bundesländer zusammensetzen und zusammen mit unserer Bundeskanzlerin Angelika Merkel über die mögliche Liberalisierung des Glücksspielmarktes sprechen.

Was für deutsche Pokerszene nun eigentlich ein gutes Zeichen sein sollte, steht allerdings schon jetzt unter einem ungünstigen Stern, denn laut einer neusten Umfrage wollen die Deutschen Bürger weiterhin den Glücksspielvertrag.

Das will zumindest eine Umfrage der Forsa - eine Gesellschaft für Sozialforschung und statistische Analyse - in einer Umfrage herausgefunden haben. Laut des Umfragenberichtes wurden über 1000 Personen befragt, was sie von den staatlichen Regulierungen des aktuellen Marktes für Glücksspiel hielten. Die Ergebnisse der Umfragen sind für Kenner dieser Thematik durchaus ernüchternd: lediglich 9 Prozent der befragten Bürger sind für eine öffnung des Marktes.

Dem gegenüber steht eine Masse von 77 Prozent aller Befragten, die für eine staatliche Regulierung sind und den Glücksspielvertrag somit befürworten. Argumente sind hierbei vor allem die Verlässlichkeit und Rechtssicherheit, die eine solche Regulierung schaffen würde - was 65 Prozent aller Befragten befürworteten. Auch das Argument der Suchtprävention wurde von immerhin 61 Prozent der befragten angeführt und man sah die aktuellen Regulierungen daher als sinnvoll an.

Die Frage ist hier natürlich, welche Kenntnisse die Befragten Personen überhaupt über die aktuelle Glücksspiellandschaft in Deutschland haben. Wussten sie beispielsweise, dass der Europäische Gerichtshof das deutsche Glücksspielmonopol als gesetzeswidrig einstufte? Wer befragt wird, ist immer ein wichtiges Indiz bei einer statistischen Erhebung. Nicht Umsonst sagte ein bekannter Statistiker: "Traue nie einer Statistik, die du nicht selber gefälscht hast." Denn auch die Forsa hat sich schon fragwürdiger Methoden bedient, die Ergebnisse ihrer Studien zu akzentuieren.

Als Beispiel wäre dafür das Ergebnis ihrer Umfragen zu Studiengebühren anzuführen, welche im Jahr 2003 durchgeführt wurden und ergaben, dass mehr als die Hälfte der Studierenden Gebühren befürworteten. Im Nachhinein kam aber heraus, dass bei der Umfrage lediglich verschiedene Modelle für Gebühren zu Auswahl standen. Dass auch bei der aktuellen Umfrage ähnliche Verfälschungen eingebunden sind, kann zumindest gemutmaßt werden.

Der Auftraggeber der Umfrage - der deutsche Lotto- und Totoblock - kommen die Ergebnisse aber definitiv gelegen und kommentieren: "Dies ist ein klares Signal an die Ministerpräsidenten der Länder, am Staatsvertragmodell festzuhalten."

geschrieben am 16.12.2010 von Jessica Neumann


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