Die Poker-Misere der amerikanischen NFL

Hier in Deutschland ist uns die Verbindung von Poker und Sport inzwischen sehr bekannt. Ob nun in einem positiven Rahmen, wenn berühmte Sport-Stars mit ihrem Gesicht für einschlägige Namen der Branche werben, oder eher in einem negativen Kontext, wenn Profi-Fußballer nur noch dafür bekannt werden, dass sie mehr Zeit am Spieltisch verbringen als auf dem Sportplatz und dabei auch noch all ihr Geld verzocken. In den Staaten ist diese Verbindung aber etwas heikel, denn dort ist die Gesetzeslage und die gesellschaftliche Situation deutlich schwieriger.

Die NFL beispielsweise tritt in der öffentlichkeit stets vehement als Gegner von Glücksspiel und Poker auf. Damit unterstreicht die Football-Liga die weit verbreitete Position, dass der amerikanische Markt für Poker nicht legalisiert und liberalisiert werden sollte.

Wie aber so vieles in den Staaten, ist dies ein zweischneidiges Schwert, denn während das strategische Kartenspiel auf der einen Seite einen sehr schlechten Ruf in der Gesellschaft anhaftet, sind auf der anderen Seite Pokerevents für Gemeinnützige Zwecke ein absoluter Renner in der USA. Ständig wird von Prominenten für irgendetwas gepokert und genau das sollte auch am vergangenen Wochenende in Las Vegas der Falls ein, wo bekannte Namen wie Don Cheadle, Lou Ferrigno oder Steve Martin an die Tische gebeten werden sollten. Gepokert werden sollte, um Geld für Afrika zu sammeln und eigentlich sollten auf ganze 25 Spieler der NFL dabei mit von der Partie sein. Der NFL passte dies allerdings nicht mit in den Kram und verbot kurzerhand ihren Spielern, an dem Charity-Event teilzunehmen.

Der nahe liegende Grund dabei wäre wohl, dass die NFL nicht mit Glücksspiel in Verbindung gebracht werden will und man einen Skandal befürchtet, weil man trotz des öffentlichen Statements gegen Pokern seine Spieler dennoch zocken lässt. Andererseits; schaut man auf die zurückliegenden Skandale um die Spieler der NFL herum - Drogen, Hundekämpfe, Schießereien und Vergewaltigung; um nur ein paar der Schlagwörter zu nennen - wäre Pokern für Afrika sicher das geringere übel und eine Charity-Aktion ist ja grundsätzlich auch nichts schlechtes. Vielleicht war es also eher das Unbehagen der Football-Liga, ihren Namen und ihre Gesichter für etwas freizugeben, von dem kein Profit in ihre eigenen Taschen fließt.

geschrieben am 25.02.2011 von Jessica Neumann


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