Neuerliche Poker-Razzia in der Schweiz

Nachdem man vor kurzem schon einmal in der Presse lesen musste, dass ein kleines Pokerturnier in der Schweiz von zahlreichen Polizisten gestürmt wurde, kam es nun zu einer neuerlichen Razzia in einem Pokerlokal. Der Club "Gling" in Herisau bei St. Gallen hat sich auf das anbieten von Poker spezialisiert und veranstaltete am vergangenen Freitag ein Sachpreisturnier, bei dem der Hauptpreis ein iPod Shuffle war. In einigen umliegenden Lokalitäten wurde für dieses Event auch geworben und es lockte insgesamt 40 Spieler an, die um den Hauptpreis zocken wollten.

Vergeben wurde der Preis letztlich aber nicht; stattdessen stürmten etwa 25 Beamte die Lokalität und ließen das Turnier auffliegen. Dabei wurde so ziemlich alles beschlagnahmt, was sich mit dem Pokerturnier in Verbindung bringen ließ. So nahmen die Beamten etwa 780 Franken in ihren Besitz, den Sachpreis, einiges an Alkohol und einige T-Shirts, die wohl als Werbung hatten dienen sollen. Für den Pokerclub Gling soll es damit wohl auch das letzte Turnier gewesen sein, das dort gespielt wurde. Gegen die beiden Besitzer - zwei schweizerische Brüder im Alter von 28 und 32 Jahren - wurde Anzeige erhoben und ein Ermittlungsverfahren eingeleitet.

Im Moment ist aber - besonders für Beobachter aus der Pokerszene - durchaus fraglich, ob das Vorgehen der Polizei wirklich notwendig war. Zwar wurde im Mai diesen Jahres das veranstalten von gewerblichem Poker außerhalb von Casinos ganz offiziell verboten, aber es gilt noch zu beweisen, dass dieses Gesetz auch im Falle des Pokerclubs Gling greift. Denn "Freeroll-Turniere mit Stuhlgebühr" sind laut einer Mail der Eidgenössischen Spielbankenkommission auch in der Schweiz noch erlaubt.

Theoretisch dürfte auch das besagte Turnier unter diese Etikette fallen, da lediglich Eintrittsgelder für den Club genommen wurden und die Sachpreise von Sponsoren bereitgestellt wurden. Daher können die schweizerischen Brüder durchaus noch hoffen, dass das Verfahren wieder fallengelassen wird. Für die 40 Spieler ist es aber dennoch schade, dass für sie ein spannender Abend ruiniert wurde.

geschrieben am 30.12.2010 von Jessica Neumann


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