Ring von Poker-Betrügern aufgeflogen

Auch wenn das Pokerspiel als Geschicklichkeits- und Strategie-Spiel immer mehr an Ansehen gewinnt, zieht das Kartenspiel doch dennoch immer wieder Lüger und Betrüger an.

Wie immer, wenn es um viel Geld geht, steigt die kriminelle Energie. In Südkorea ist diese Energie nun ins leere gelaufen, als ein ganzer Ring von 33 Betrügern aufflog, die innerhalb eines halben Jahres 45 tausend Dollar Profit gemacht hatten.

Das Ziel der Betrüger waren Spieler in Online-Portalen. Um an deren Geld zu kommen, nutzten die Kriminellen angeblich 11-tausend Computer um insgesamt 700 Internet-Cafes zu hacken. Wenn in einem der Kaffees ein Spieler in ein Online-Poker-Spiel einsteigt, konnten die Hacker seine Hole-Cards einsehen - also die Karten, welche er eigentlich verdeckt auf der Hand hält.

Dazu benutzten die Computerprofis das DDoS-Programm "Netbot Attacker", dass bereits bekannt ist und illegal ist. Ein chinesischer Hacker lieferte diese Software, die allgemein dafür benutzt wird, um auf Websites und Servern die Geschwindigkeit durch zusätzlichen Traffic herunterzusetzen oder gar zu crashen. Durch das einschleusen eines solchen Bots kann aber scheinbar auch ein solcher Schabernack getrieben werden, wie es die 33 Betrüger in Südkorea taten.

Ein Spieler, dessen Hole-Cards über diesen Weg ausgespäht wurden, hat im grunde keine Möglichkeit mehr, das Spiel zu gewinnen. Zwar hatten die Hacker keinen Einfluss auf die Gemeinschaftskarten, aber durch die Kenntnis des Blattes ihres Gegenübers, wussten sie immer wann sie ihr Hand foolden sollten, wann geblufft wurde und wann sie erhöhen sollten. Angesichts dieser Möglichkeiten scheint es eher verwunderlich, dass die Hacker auf diesem Weg von November 2009 bis Mai 2010 nur 45- tausend Euro erbeuten konnten. Bei 11-Tausend Rechnern und 33 Betrügern scheinen da kaum die Kosten für den Aufwand gedeckt.

Als Lehre kann man aber aus dieser Geschichte ziehen, dass beim Online-Poker ähnliche Vorsicht wie beim Online-Banking gelten sollte. In Internetcafes und bei fremden Rechnern sollte man dringend davon absehen.

geschrieben am 01.07.2010 von Tanja Eberhardt


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